Bezirkstour: Der 19. Bezirk — Döbling
Weinberge, Heurige, Villen und der Blick über die ganze Stadt: Döbling ist Wiens grüner Nobelbezirk — mit mehr Alltag, als man denkt.
Wer vom Kahlenberg auf Wien hinunterschaut, sieht, warum Döbling so beliebt ist: Die Stadt liegt einem zu Füßen, die Donau zieht ihren Bogen, und hinter einem beginnen die Weinberge und der Wienerwald. Der 19. Bezirk ist grün, ruhig und teuer — aber er ist auch viel mehr als das. Er ist Weindorf und Villenviertel, Rotes Wien und Beethoven, Heurigenabend und Gemeindebau.
Wir sind in Döbling oft unterwegs, und jedes Mal fällt uns auf, wie unterschiedlich seine Teile sind. Diese Tour führt von oben nach unten: vom Berg in die Weinorte, von den Villen in die Stadt.
Kahlenberg und Leopoldsberg
Die beiden Hausberge Wiens sind der Ausflugsklassiker: mit dem Bus hinauf, zu Fuß über den Nasenweg hinunter, dazwischen der Blick, der auf jeder zweiten Postkarte zu sehen ist. Für Döblinger ist der Wienerwald der Hausgarten — Laufstrecken, Spaziergänge, im Winter manchmal Schnee, wenn unten in der Stadt keiner liegt.
Was von oben auffällt: wie viel Grün zwischen den Häusern liegt. Döbling ist einer der am wenigsten dicht bebauten Bezirke Wiens, und das ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines Jahrhunderts Widmungspolitik, die den Charakter des Bezirks geschützt hat.
Grinzing, Nussdorf, Sievering, Neustift
Die alten Winzerorte am Fuß des Wienerwalds haben ihre Dorfstruktur behalten: schmale Gassen, Heurige mit Innenhöfen, Kirchen aus dem Mittelalter, Winzerhäuser mit Toreinfahrten. Im Sommer sitzt halb Wien in den Buschenschanken, im Herbst leuchten die Rieden, und wer im Frühjahr durch die Weingärten geht, versteht, warum Wien die einzige Hauptstadt mit nennenswertem Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen ist.
Beethoven hat in Heiligenstadt gewohnt und dort sein berühmtes Testament geschrieben; sein Haus ist heute Museum. Die Grinzinger Straße, der Pfarrplatz, die Kahlenberger Straße — hier stehen Häuser, die seit Generationen in Familienbesitz sind und die nur selten den Besitzer wechseln. Wenn doch, dann meist, ohne dass jemand davon erfährt.
Cottage und Villen
Das Cottage-Viertel rund um die Hasenauerstraße und den Türkenschanzpark ist eine der schönsten Villengegenden der Stadt: Gründerzeit-Architektur zwischen alten Bäumen, geplant im 19. Jahrhundert nach englischem Vorbild als Gartenstadt für das Bürgertum. Die Straßen sind ruhig, die Gärten groß, die Häuser oft denkmalgeschützt. Wer hier wohnt, wohnt in einem Park mit Nachbarn.
Weiter oben, in Oberdöbling und am Hungerberg, wird es moderner: Villen der Nachkriegszeit, Neubauten mit Blick, Terrassenhäuser am Hang. Hier entstehen auch die wenigen neuen Projekte des Bezirks — meist klein, meist teuer, meist schnell verkauft.
Rotes Wien und Alltag
Ein paar Straßen unterhalb des Cottage erinnert der Karl-Marx-Hof daran, dass Döbling auch das Rote Wien geprägt hat: über einen Kilometer lang, mit Höfen, Torbögen und einer Fahne, die Geschichte erzählt. Und rund um die Döblinger Hauptstraße, den Gürtel und die Krottenbachstraße ist der Bezirk ganz normal: Supermärkte, Schulen, Straßenbahn, Gemeindebau, Gründerzeit.
Diese Mischung macht Döbling aus — großbürgerlich und bodenständig zugleich. Man kann hier im Heurigen sitzen und in zwanzig Minuten am Schottentor sein. Man kann im Wienerwald laufen und mit der Straßenbahn zur Arbeit fahren. Das ist der Grund, warum Familien, die einmal hier wohnen, selten wegziehen.
Wohnen und Markt
Für den Immobilienmarkt ist Döbling ein Lagebezirk im besten Sinn. Villen und Gartenwohnungen sind rar und werden oft diskret gehandelt, Neubauprojekte mit Grünblick sind begehrt, und Altbauwohnungen in Oberdöbling und im Cottage gehören zu den teuersten außerhalb der Inneren Stadt. Gleichzeitig gibt es in Unterdöbling und rund um den Gürtel Wohnungen, die für Wiener Verhältnisse normal bepreist sind — mit demselben Bezirk auf dem Meldezettel.
Wir haben in Döbling einige unserer schönsten Objekte vermittelt — Villen, die nie inseriert waren, Wohnungen, deren Terrassen den ganzen Bezirk überblicken. Und wir kennen die Straßen, in denen es sich lohnt, zu warten, bis das richtige Haus frei wird. Manchmal dauert das Jahre. Manchmal ist es nächste Woche so weit.






